Chrisitine Preuss

Schulleiterin

Mein Name ist Christine Preuß. Ich bin Schulleiterin am Weiterbildungskolleg Rahel-Varnhagen in Hagen, das junge erwachsene Menschen besuchen, um einen Schulabschluss nachzuholen oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch eine höhere schulische Qualifikation zu verbessern. Als ausgebildete Lehrerin für die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften habe ich bereits vor 19 Jahren an einer Brennpunktschule in Bottrop Kinder und Jugendliche aus bildungsbenachteiligten Familien unterrichtet und unterstützt.

Mein Name ist Christine Preuß. Ich bin Schulleiterin am Weiterbildungskolleg Rahel-Varnhagen in Hagen, das junge erwachsene Menschen besuchen, um einen Schulabschluss nachzuholen oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch eine höhere schulische Qualifikation zu verbessern. Als ausgebildete Lehrerin für die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften habe ich bereits vor 19 Jahren an einer Brennpunktschule in Bottrop Kinder und Jugendliche aus bildungsbenachteiligten Familien unterrichtet und unterstützt.

Aktuell erlebe ich täglich, dass unser Schulsystem keine adäquaten (Denk)Räume ermöglicht, um jungen Menschen Kompetenzen zu vermitteln, die sie für die ökologischen und ökonomischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts benötigen. Gleichzeit „produziert“ unser Schulsystem immer mehr Bildungsverlierer. Gerade neuzugewanderte Menschen gelingt der Anschluss an den Arbeitsmarkt kaum, denn die Berufsorientierung an den Schulen richtet sich einerseits primär an Schülerinnen und Schüler, die das Schulsystem in Deutschland von Anfang an durchlaufen haben und andererseits arbeiten Schulen zu wenig mit Betrieben und Wirtschaftsverbänden zusammen. Das liegt vor allem daran, dass für eine adäquate berufliche Orientierungsphase Ressourcen benötigt werden, die nicht durch eine Lehrkraft mit einer Anrechnungsstunde zu leisten ist.

Wir erleben daher vor Ort, dass die guten Ideen, die die Kolleginnen und Kollegen haben, nicht umgesetzt werden, weil langwierige und bürokratische Prozesse dem Entgegenstehen. Unsere Schulen werden von einer Vielzahl von Verantwortlichen geführt: Der Schulträger ist für die IT-Ausstattung und die Gebäude verantwortlich, die Bezirksregierungen für Fortbildungsplanungen und Qualitätssicherung und die Qualitäts- und Unterstützungsagentur (QUA-LiS) für die Kernlehrpläne und unterrichtlichen Standards. Das Ministerium für Schule und Bildung regelt die rechtlich verbindlichen Ausbildungs- und Prüfungsordnungen. Diese verschiedenen Akteure müssen sich zwingend vernetzen, Hierarchien abbauen und Schule ganz neu denken.

Ich engagiere mich im „Bildungsforum NRW e.V.“, weil es mir ein zentrales Anliegen ist, dass die einzelnen Schulen in ihrer Region mehr Verantwortung und Autonomie erhalten. Unser Schulgesetz muss daher mehr Möglichkeiten für Entwicklung und Agilität bieten, sodass Bildungsgerechtigkeit auch erreicht wird und junge Menschen Kompetenzen erwerben, die die Industrie und Wirtschaft in ihrem Transformationsprozess unterstützt. Mit meiner Erfahrung aus Wissenschaft und Schule möchte ich dazu beitragen, dass wir gemeinsam ein agiles und innovatives Schulsystem entwickeln.