Organisationsentwicklung und Bildung im digitalen Wandel standen im Mittelpunkt einer Tagung in Düsseldorf. Angeregte Gespräche und intensive Diskussionen machten deutlich, wie zentral die Zukunft von Schule für Politik und Gesellschaft ist.
Der Eingangsvortrag von Prof. Dr. Sven Kommer (RWTH Aachen) benannte die tiefgreifenden Veränderungen in unserer Bildungslandschaft sehr deutlich. Der Wandel der Arbeitswelten spiegelt sich bisher noch nicht ausreichend in schulischen Strukturen wider. Digitale Lernangebote schaffen längst eine Lernwelt neben dem Klassenraum. Auch der IQB-Bildungstrend zum Lernverhalten an Grundschulen unterstrich die Dringlichkeit von Veränderungen und zügigem Handeln.
Diese Einschätzungen wurden durch die anschließende Präsentation der Ergebnisse einer Umfrage zum Kongressthema zusätzlich gestützt. In den folgenden Workshops wurden konkrete Handlungsansätze und Forderungen formuliert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten intensiv über pädagogische und systemische Lernräume sowie über die Rolle von Schulgebäuden. Gefordert wurden modernere Prüfungsformen, mehr Team-Teaching und belastbare IT-Strukturen seitens der Schulträger. Auch der Medienentwicklungsplan wurde kritisch hinterfragt.
Beim Thema Schulgebäude stand die Aufenthaltsqualität im Mittelpunkt: flexible Möbel, Arbeits- und Ruheräume für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler und multifunktionale Schulgebäude wurden als wichtige Zukunftsbausteine benannt.
Mit Blick auf das Schulsystem der Zukunft wurde für mehr Durchlässigkeit, eine stärkere Individualisierung von Bildungswegen und eine bessere Gleichwertigkeit verschiedener Abschlüsse plädiert.
In diesem Workshop ging es um Prozessabläufe innerhalb von Schule. Deutlich wurde, dass Lehrkräfte für Unterricht ausgebildet sind, nicht aber für BWL, Recht und Finanzen. Deshalb wurde der Wunsch nach externer Unterstützung und professioneller Organisationsberatung klar formuliert.
Im dritten Workshop stand die Frage im Mittelpunkt, wie projektorientiertes Lernen mit digitalen Medien gelingen kann. Ängste gegenüber digitalen Werkzeugen müssten abgebaut werden, damit Lehrkräfte stärker als Coaches agieren und die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler begleiten können.
Digitale Angebote wie Videoformate oder Gamifizierung wurden als chancenreich beschrieben - vorausgesetzt, ihr Einsatz erfolgt gezielt und mit pädagogischem Mehrwert. Gleichzeitig müsse Digitalisierung rechtlich, organisatorisch und didaktisch verlässlich unterstützt werden.
In der abschließenden Diskussion erläuterte Staatssekretär Dr. Urban Mauer das Landesprogramm „Schule der Zukunft“, das Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt stellt.
Wichtig sei dem Ministerium, in der Breite der Begabungen zu fördern und die Persönlichkeitsbildung zu begleiten. Zur Unterrichtsversorgung habe das Ministerium eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um dem Mangel kurzfristig abzuhelfen. Zugleich stünden deutlich weiterreichende Herausforderungen im Raum.
Der zu Beginn der Veranstaltung vorgestellte IQB-Bildungstrend zeige, dass die Kompetenzen am Ende der Grundschulzeit erkennbar schlechter geworden sind. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, Sprachförderung und Fachlichkeit - insbesondere Lesen, Schreiben und Rechnen - zu stärken und Lehrkräfte gezielt zu unterstützen.
Digitale Lernmöglichkeiten müssten nicht nur technisch ausgebaut werden, sondern auch einen klaren inhaltlichen Mehrwert bieten. Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen beschrieb Dr. Mauer unter anderem so:
Vielfältig und engagiert wurde über die Schule der Zukunft diskutiert. Die Tagung machte deutlich, dass zahlreiche Lösungsansätze und Ideen vorhanden sind. Nun kommt es darauf an, den Austausch in konkrete Umsetzung zu überführen.